Kultur

Einige unserer Orchester und Chöre sind über Sachsen hinaus bekannt, Tanz, Theaterproduktionen, Bildende Kunst, Literatur – wahrscheinlich wird jede*r Beispiele vor Augen haben, was unser Bundesland anziehend macht. Nicht nur von den klassischen Kunstgattungen, auch von der Pop- und Clubkultur, von Akteur*innen der Freien Szene gehen wichtige Impulse aus.

Das denke ich nicht nur, weil ich mit den Augen einer Kulturschaffenden schaue.

Eine lebendige Kulturlandschaft ist ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor, zum Beispiel in Bezug auf den indirekten Nutzen von Kulturveranstaltungen auf die Region (Umwegrentabilität). Die Kultur- und Kreativwirtschaft liegt mit einem Jahresumsatz von 3,35 Milliarden Euro und über 39.000 Beschäftigten (letzte Erhebung 2017) in Sachsen gleichauf mit der Automobilbranche und dem Maschinenbau. Sie hat einen höheren Beschäftigtenzuwachs als in der sächsischen Gesamtwirtschaft. Angesichts von Strukturwandel sehe ich in dieser Branche große Chancen.

Kultur ist auf eine konstruktive Weise identitätsstiftend und kann regionale Identität im weiten europäischen Kontext stärken. Dazu ist es wichtig, dass es auch in jeder Kleinstadt, jedem Dorf einen Ort für Kino, Tanz, Musik- und Theatervereine, für Feste und Begegnung gibt.

Kunst ist vielschichtig und deutungsoffen. Sie kann verdrängte Emotionen freilegen und Diskursräume öffnen – fernab von populistischer Vereinfachung, hin- und hergezerrten Statistiken und Rechthabenwollen. Kunst erzeugt bewegende Momente, aber auch Reibung. Auf der Bühne muss es richtig krachen. Die Darsteller*innen durchstehen stellvertretend für uns Konflikte. Im Zuschauerraum halten wir Dissens aus. Sind gespannt, leiden mit. Dadurch wachsen wir menschlich.

Ganz besonders schlägt mein Herz für kulturelle Bildung. Sie vermittelt nicht nur auf authentische Weise das Wissen um kreative Gestaltungsmittel, sondern auch Einfühlungsvermögen, Kritik- und Teamfähigkeit.

In der aktiven Auseinandersetzung mit manchen Werken wird Resilienz befördert – also die Fähigkeit, Manipulation zu widerstehen, und die Stimme zu erheben, wenn jemand ein X für ein U erklären will. Das erscheint angesichts von Verschwörungsideologien besonders wichtig.

Ich möchte, dass Sachsen wieder ein Kulturland wird.

Deswegen stehe ich dafür

  • die Einkommensbedingungen und soziale Absicherung von Kulturschaffenden zu verbessern
  • die ideellen und realen Freiräume der Kunst zu wahren
  • Synergieeffekte zwischen Freien Trägern und Institutionen zu fördern
  • kulturelle Teilhabe für jeden Menschen an jedem Ort zu ermöglichen
  • und Angebote besonders auch im ländlichen Raum zu erhalten bzw. aufzubauen


Erstellt mit WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: