Umwelt

Das zu bewahren, was uns wertvoll ist, dafür stehen wir als GRÜNE. Dafür, dass Dörfer, die Heimat vieler Menschen sind, nicht mehr abgebaggert werden, dass Wildbienen und andere Insekten als Teil eines intakten Ökosystems nicht sterben, dass Grundwasser, Erde, Luft nicht vergiftet werden.

Der Ausstieg aus der Kohle ist beschlossen, nun können endlich zusammen mit den Betroffenen Lösungen für ihre Zukunft gefunden werden. Im Mitteldeutschen Revier betrifft das rund 2.600 Menschen und in der Lausitz rund 7.900 in der Kohle Beschäftigte. In der DDR war Kohle einziger Energieträger, der oftmals unter schwierigen Bedingungen gewonnen wurde. In Orten und Familien, die eng mit der Kohle verbunden waren, geht eine Ära zu Ende. Eine Umstellung, die vor allem innerlich Zeit braucht.

Dem gegenüber steht der Schmerz des Verlustes derjenigen Menschen, deren Häuser zum Teil vor ihren Augen eingerissen wurden, deren Heimatort nur noch in der Erinnerung und auf Fotos existiert. Für Braunkohle wurden in Deutschland rund 300 Dörfer zerstört, mussten 100.000 Menschen umsiedeln. Allein der Tagebau Espenhain hat 20 Orte verschlungen. Das muss nun endgültig vorbei sein. Kein einziges Dorf darf mehr der Kohle weichen. Und ich würde es sehr begrüßen, wenn sich eine Initiative zur Errichtung eines Museums der verschwundenen Heimat im Mitteldeutschen Revier bildet.

Beim Thema Landwirtschaft weiß ich aus Gesprächen mit Agraringenieuren von innereuropäischem Konkurrenzdruck und Sorge um Nachwuchs. Wegen der vielen Auflagen und Anträge verbringen sie mehr Zeit im Büro als ihnen lieb ist. Landwirte sind die Experten in ihrem Fach. Und sie sichern unsere Ernährung.

Ökologischer Landbau ist in Sachsen zwar seit der Wende kontinuierlich gestiegen, liegt mit 6,4 Prozent Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche (2017) aber unter dem ohnehin geringen deutschen Durchschnitt und dass, obwohl der Bedarf an Bioprodukten ständig weiter steigt, besonders auch im Bereich der Supermärkte. Weit transportierte Waren sollten für Hersteller und Verbraucher teurer sein als bei regionaler Weiterverarbeitung und Verkauf. Glyphosat und vergleichbare Totalherbizide müssen zeitnah verboten werden, wobei der Zeitplan in enger Kooperation mit Landwirten erstellt und die landwirtschaftlichen Betriebe bei herbizidfreien Unkrautreduzierungsmethoden unterstützt werden sollten. Endlose Monokulturen, Pestizide, die bis in die Gärten der Anrainer dringen – auch da muss sich einiges ändern. Die Einhaltung der Ausbringemenge von Gülle muss überwacht werden, um Nitrat auf ein verträglicheres Maß zu reduzieren.

Bundesstraßen, die durch Dörfer führen, LKWs, die Tag und Nacht vor den Fenstern vorbeidonnern. Lärm beeinträchtigt die Lebensqualität massiv und auch den Wert von Eigentum. Unter Schadstoffen in der Luft leiden besonders Kinder und ältere Menschen. Der Schutz der Gesundheit und das europäisch verbriefte Recht auf schadstofffreie Luft muss in Einklang gebracht werden mit den Ansprüchen an Flexibilität. Dabei sollen weder alle Autos mit Verbrennungsmotor durch Autos mit Elektromotor ersetzt, noch Unternehmen an den Rand des Ruins getrieben werden, noch Menschen auf individuelle Freiheit verzichten. ÖPNV im Stundentakt, ein Azubi-Ticket, Erhalt und Ausbau des Schienennetzes sind einige der Maßnahmen, für die wir als GRÜNE eintreten.

Für diesen Themenkomplex wird es keine schnelle, einfache Lösung geben, sondern ein allmähliches Umdenken und Umlenken.

Deswegen stehe ich für

  • einen sachorientierenten, wertschätzenden Umgang
  • und dafür, geduldig und gemeinsam mit Expert*innen und Betroffenen Lösungen zu finden

„In der lebendigen Natur geschieht nichts, was nicht in der Verbindung mit dem Ganzen steht.“ Johann Wolfgang von Goethe

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